
Studien & Quellen
Warum BGF wirkt — und woran wir das festmachen
Der Nutzen von Bewegung und betrieblicher Gesundheitsförderung ist breit belegt. Hier die Studien und Quellen, auf die sich BGM-Kompass bezieht.
Wirkt Bewegung?
Regelmäßige Alltagsbewegung — zügiges Gehen, Radfahren — senkt nachweislich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten, hilft bei der Gewichtskontrolle und verbessert das psychische Wohlbefinden.
Bewegt sich Deutschland zu wenig?
Laut WHO müssten 44 % der Frauen und 40 % der Männer über 18 in Deutschland aktiver werden. Bei Jugendlichen ist es besonders ausgeprägt: 88 % der Mädchen und 80 % der Jungen bewegen sich zu wenig.
- WHO — Global status report on physical activity 2022 ↗Deutschland schneidet unterdurchschnittlich ab.
- BZfE — „Die Deutschen bewegen sich zu wenig“ (2022) ↗Einordnung des WHO-Reports durch das Bundeszentrum für Ernährung.
- WHO — Global action plan on physical activity 2018–2030 ↗Globaler Aktionsplan zur Förderung körperlicher Aktivität.
- TK-Bewegungsstudie 2022 — „Beweg dich, Deutschland" ↗Repräsentative Studie der Techniker Krankenkasse.
Rechnet sich BGM?
Strukturiert umgesetzte BGF senkt Fehlzeiten nachweislich. Der mittlere ROI beträgt 1:2,7 — für jeden investierten Euro kommen im Mittel 2,70 € zurück (iga.Report 40, 2019: 47 ROI-Werte aus dem Review von Baxter et al. 2014; insgesamt wertet der Report rund 140 Studien mit ca. 500.000 Teilnehmenden aus). Eine US-amerikanische Meta-Analyse verzeichnet 1:5,56 und −25,1 % Fehlzeiten (Chapman 2012).
- iga.Report 40 — Wirksamkeit und Nutzen arbeitsweltbezogener Gesundheitsförderung ↗Mittlerer ROI: 1:2,7 aus 47 ROI-Werten (Spannbreite −3,3 bis +15,6); 85 % der ROI-Werte liegen über 1. Studien aus der EU im Mittel 1,7. Insgesamt rund 140 Studien mit ca. 500.000 Teilnehmenden.
- Chapman (2012) — Meta-Evaluation of Worksite Health Promotion ↗−25,1 % Krankheitsfehltage, ROI 1:5,56. Umfassendes US-Programm. Chapman Institute, Update 2012.
Wie hoch sind Krankenstand und Fehltage?
Bundesweit lag der Krankenstand 2025 im Jahresmittel bei 5,66 % (Bundesministerium für Gesundheit, Statistik KM1). Bei TK-Versicherten waren es 2024 5,23 % — 19,1 Fehltage je Erwerbsperson (TK-Gesundheitsreport). Drei von vier Organisationen haben kein ganzheitliches BGM.
- TK Gesundheitsreport 2025 (AU-Bericht) ↗Krankenstand 2024: 5,23 % (−0,08 PP ggü. 2023). 19,1 Fehltage/Person. Psychische Störungen: +159 % seit 2006 (altersbereinigt).
- #whatsnext 2025 — BGM-Studie · TK / IFBG / Personalmagazin ↗Nur 25 % der Organisationen haben ein ganzheitliches BGM — seit 2022 kein Anstieg. 75 % ohne vollständiges BGM.
- Roland Berger — Corporate Health Management 2020 ↗Mitarbeiterfreundliche Unternehmenskultur: 20 % weniger Fehltage. Effektives BGM: −40 % Fluktuation, +11 % Umsatz je Mitarbeiter, +76 % Aktienwert. BGM-Markt Deutschland: 958 Mio. €.
- BAuA GD 60 — Präsentismus: Kosten und Folgen (Meta-Review) ↗Präsentismuskosten übersteigen Absentismuskosten volkswirtschaftlich. Meta-Review 285 Studien.
Welcher gesetzliche Rahmen gilt?
Betriebliche Gesundheitsförderung ist gesetzlich verankert (§ 20b SGB V). Für Prävention und Gesundheitsförderung insgesamt geben die Krankenkassen jährlich einen Richtwert je Versichertem aus (§ 20 Abs. 6 SGB V; 2025: 8,77 €).
- § 20 SGB V Abs. 6 — Präventionspauschale ↗Richtwert und Mindestbeträge für Prävention und Gesundheitsförderung (8,77 € je Versichertem, 2025).
- GKV-Spitzenverband — Präventionsbericht ↗Jährlicher Bericht zu Leistungen der Prävention und Gesundheitsförderung.
- GKV-Leitfaden Prävention ↗Handlungsfelder und Kriterien nach § 20 SGB V.
Hinweis: Einsparpotenziale, die BGM-Kompass ausweist, sind Szenarien auf Basis dieser Studienwerte — keine Zusagen. Tatsächliche Effekte hängen von Branche, Umsetzung und Ausgangslage ab.