
BGF-Handlungsfelder & Förderung
Welche Handlungsfelder umfasst betriebliche Gesundheitsförderung — und wie wird sie gefördert?
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) gliedert sich in vier Handlungsfelder: Bewegung, Ernährung, psychische Gesundheit und Suchtprävention. Krankenkassen können Maßnahmen nach § 20b SGB V als Projekt fördern, ohne Anspruch des Unternehmens. Unabhängig davon sind Gesundheitsleistungen des Arbeitgebers nach § 3 Nr. 34 EStG bis 600 € je Beschäftigten und Jahr steuerfrei — ein Freibetrag, keine Auszahlung; bestätigen kann die Steuerfreiheit nur Ihr Steuerberater.
Die vier Handlungsfelder der BGF
| Handlungsfeld | Beispielmaßnahmen |
|---|---|
| Bewegung | Sportangebote, Firmenlauf, Rückentraining |
| Ernährung | Gesundes Kantinenessen, Obstkörbe, Ernährungsworkshops |
| Psychische Gesundheit | Stressmanagement, Resilienztraining, Achtsamkeitskurse |
| Suchtprävention | Aufklärung, Beratungsangebote |
Was unterscheidet betriebliche Gesundheitsförderung vom Arbeitsschutz?
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst alle Maßnahmen, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen des Arbeitsschutzes hinausgehen und aktiv die Gesundheit der Beschäftigten fördern. Im Unterschied zu Arbeitsschutz und BEM ist BGF vollständig freiwillig — aber über die Krankenkassen förderfähig und steuerlich begünstigt.
Was gehört zu den vier klassischen Handlungsfeldern?
Bewegung umfasst Sportangebote, Firmenläufe oder Rückentraining gegen die häufigsten muskuloskelettalen Beschwerden. Ernährung reicht von gesundem Kantinenessen über Obstkörbe bis zu Ernährungsworkshops. Psychische Gesundheit — angesichts steigender Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen zunehmend zentral (TK Gesundheitsreport 2025: +159 % seit 2006, altersbereinigt) — umfasst Stressmanagement, Resilienztraining und Achtsamkeitsangebote. Suchtprävention rundet das Spektrum mit Aufklärung und Beratungsangeboten ab. Wichtig für die Steuer: Kantinenessen und Obstkörbe sind nach § 3 Nr. 34 EStG nicht begünstigt — steuerfrei sein können dort z. B. Ernährungsworkshops als Teil des Gesundheitsförderungsprozesses.
Wie wird BGF gefördert — und was hat der Steuerfreibetrag damit zu tun?
§ 20b SGB V gibt den Krankenkassen den Auftrag, BGF zu unterstützen. Sie fördern Projekte — eine Maßnahme, einen Gesundheitstag für einige tausend Euro oder ein Jahresbudget (z. B. 5.000 €), oft in Kombination mit kostenloser Beratung. Einen Anspruch des Unternehmens oder einen festen Betrag pro Mitarbeitenden gibt es nicht. Unabhängig davon können Arbeitgeber Gesundheitsleistungen nach § 3 Nr. 34 EStG bis zu 600 € pro Mitarbeitenden und Jahr steuerfrei erbringen, zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn. Diese 600 € sind ein Freibetrag — eine Obergrenze, kein Zielwert und keine Auszahlung. Begünstigt sind ZPP-zertifizierte Präventionskurse und Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsförderungsprozess; bestätigen kann die Steuerfreiheit nur Ihr Steuerberater.
Das Wichtigste in Kürze
- Vier Handlungsfelder: Bewegung, Ernährung, psychische Gesundheit, Suchtprävention.
- BGF ist freiwillig — Krankenkassen können Projekte nach § 20b SGB V fördern, nach § 3 Nr. 34 EStG können Gesundheitsleistungen des Arbeitgebers bis 600 € je Beschäftigten und Jahr steuerfrei sein.
- Die 600 € sind ein Freibetrag — eine Obergrenze, kein Zielwert und keine Auszahlung; bestätigen kann die Steuerfreiheit nur Ihr Steuerberater.
- ZPP-Zertifikate gibt es nur für Präventionskurse nach § 20 SGB V — Maßnahmen im BGF-Prozess nach § 20b SGB V brauchen keine Zertifizierung.
Häufige Fragen
Muss jede BGF-Maßnahme alle vier Handlungsfelder abdecken?+
Nein. Viele Unternehmen starten mit einem oder zwei Handlungsfeldern, die zur eigenen Belegschaft passen, und bauen schrittweise aus. Wichtig ist eine bedarfsgerechte Auswahl statt Aktionismus in alle Richtungen.
Sind alle BGF-Maßnahmen automatisch steuerfrei?+
Nein. § 3 Nr. 34 EStG verlangt, dass die Maßnahme den Anforderungen der §§ 20 und 20b SGB V genügt. Dafür gibt es zwei Wege: ZPP-zertifizierte Präventionskurse oder Maßnahmen, die im betrieblichen Gesundheitsförderungsprozess umgesetzt werden — mit Bedarfsanalyse und Einbindung der Beschäftigten; für diese Maßnahmen ist keine Zertifizierung vorgesehen. Isolierte Einzelaktionen ohne Zertifikat und ohne Prozess fallen nicht darunter. Bestätigen kann die Steuerfreiheit im Einzelfall nur Ihr Steuerberater.
Können wir GKV-Förderung und Steuerfreiheit gleichzeitig nutzen?+
Ja, beides kann nebeneinander bestehen — es sind zwei getrennte Wege. Die Krankenkasse fördert ein BGF-Projekt mit einer vereinbarten Summe, ohne Anspruch. Unabhängig davon können Arbeitgeberleistungen nach § 3 Nr. 34 EStG steuerfrei sein. Hat die Kasse einen Kurs bereits bezuschusst, ist nur der Teil steuerfrei, den der Arbeitgeber darüber hinaus zahlt. Bestätigen kann die Steuerfreiheit nur Ihr Steuerberater.
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Quellen
- § 20b SGB V — Betriebliche Gesundheitsförderung ↗
- § 3 Nr. 34 EStG — Steuerfreie Arbeitgeberleistungen ↗
- TK Gesundheitsreport 2025 — Fehlzeiten durch psychische Störungen +159 % seit 2006 (altersbereinigt) ↗
Stand: 2026-07-06. Keine Rechts- oder Steuerberatung — im Einzelfall fachlich prüfen lassen.